Die gemeinsame europaeische Waehrung ist die langjaehrige Reaktion der Mitgliedstaaten auf verschiedene finanz- und waehrungspolitische Versuche und Notwendigkeiten in der Vergangenheit.
Nachdem 1969 der bis dahin geltende Goldstandard gefallen war und die Waehrungen zueinander frei floaten konnten, wurden volkswirtschaftlich negative Waehrungsturbulenzen verursacht. Der Plan einer Wirtschafts- und Waehrungsunion (Werner-Plan), die 1970 bis 1979 etabliert werden sollte, scheiterte bereits in den Anfaengen.
Mit dem Europaeischen Waehrungs-System (EWS) konnte seit dem Inkrafttreten am 13.3.1979 zwischen den wesentlichsten und wichtigsten europaeischen Waehrungen (insbesondere zur Deutschen Mark) wieder ein gefestigtes System etabliert werden, mit dem die unkontrollierbaren Ab- und Aufwertungen von Waehrungen durch die Marktkraefte weitgehend verhindert wurden.
Das Europaeische Waehrungssystem sorgt fuer eine einheitliche Festsetzung der Leitkurse und der Bandbreite der Kursschwankungen der einzelnen nationalen Waehrungen. Der Interventionsspielraum betrug urspruenglich, wie beim Vorlaeufermodell der Waehrungsschlange, +/- 2,25%. Fuer einige Waehrungen (1992 italienische Lira, Pfund Sterling, spanische Peseta und portugiesische Escudo) wurde eine groessere Bandbreite (+/- 6%) zugelassen.
Eine wichtige Rolle hatte dabei auch die Schaffung der Korbwaehrung ECU (European Currency Unit), welche am 21. April 1978 erstmals auch fuer den Gesamthaushaltsplan der Europaeischen Gemeinschaften verwendet wurde.
Der ECU ersetzte bis 1981 die Europaeische Recheneinheit (ERE, auch European Composite Unit - EURCO). Der Wechselkurs wurde vom Rat jeweils hinsichtlich der Waehrungsmarktentwicklung der beteiligten nationalen Waehrungen angepasst.
Der ECU konnte auch bereits von Privatpersonen als rechnerische Grundlage fuer Verhandlungen und Vertraege verwendet werden. Dies brachte insbesondere auch deshalb Vorteile, da der ECU als Korbwaehrung (gebildet aus den beteiligten nationalen Waehrungen) weniger einem sich rasch wechselnden Kursrisiko ausgesetzt war als die nationalen Waehrungen.
Die Korbwaehrung ECU wurde von der Kommission taegich neu berechnet und laufend veroeffentlicht, da der Gesamtwert des ECU durch die ihn zusammensetzenden nationalen Waehrungen schwankt (wenn auch in einem weit geringeren Ausmass.
Beispiel der Zusammensetzung des ECU-Waehrungskorbs am 15.4.1992:
Waehrung
Beitrag der Landeswaehrungen
Wertmaessiger Anteil in %
Deutsche Mark
0.6242
30.46
Franzoesische Franc
1.332
19.20
Italienische Lira
151.80
9.84
Hollaendische Gulden
0.2198
9.53
Belgische Franc
3.301
7.83
Luxemburgische Franc
0.13
0.31
Daenische Krone
0.1976
2.49
Irische Pfund
0.0855
1.11
Pfund Sterling
0.08784
12.49
Griechische Drachme
1.44
0.60
Spanische Peseta
6.885
5.35
Portugiesische Escudo
1.393
0.79
Gesamt
100.00
Der ECU und das EWS sind die direkten Vorlaeufer und Grundlagen des EURO.
EURO-Banknoten
Bei der Gestaltung der gemeinsamen Banknoten-Waehrung wurden vom EWI zwei Themenbereiche vorgegeben: »Zeitalter und Stile in Europa« (Klassik, Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Eisen- und Stahlarchitektur und moderne Architektur des 20. Jahrhunderts) sowie ein abstrakt-modernes Thema.
Der Gestaltungswettbewerb begann am 12.2.1996 und dauerte sechs Monate. Von den Nationalbanken der Mitgliedstaaten wurden Banknoten-Grafikdesigner ausgewaehlt und aufgefordert, entsprechende Gestaltungsentwuerfe fuer sieben Banknoten (5, 10, 20, 50, 100, 200, 500) und fuer die beiden Themenbereiche vorzulegen.
Die anonymisierten Entwuerfe wurden von einer Jury des EWI aus unabhaengigen Experten geprueft und am 26./27.9.1996 bewertet. Fuenf Gestaltungsvorschlaege wurden sodann in die engere Auswahl genommen. Rund 2000 Personen wurden dann in der ganzen EU zu diesen fuenf Vorschlaegen befragt. In der EWI-Sitzung vom 3.12.1996 wurde schlussendlich das endgueltige Aussehen der EURO-Banknoten auf Grundlage eines der fuenf Entwuerfe festgelegt.
Dieses Design der neuen EURO-Banknoten (Fenster, Tore und Bruecken), die von Robert Kalina, Graphikdesigner der Oesterreichischen Nationalbank, gestaltet wurde, wurde der Oeffentlichkeit am 13. und 14.12.1996 vorgestellt. Der EZB-Rat hat am 7.7.1998 einen Beschluss ueber das Aussehen und die Merkmale der EURO-Banknoten erlassen und den EWI-Rat-Beschluss vom Juni 1997 bestaetigt. Auf nationale Merkmale wurde bei den Banknoten ganz bewusst verzichtet.
Die Grundsaetze fuer die Gestaltung der Muenzen der neuen gemeinsamen Waehrung wurden vom Europaeischen Rat in Florenz am 21.6.1996 vorgegeben. Danach werde es bei den Muenzen eine gemeinsame Vorderseite und eine frei gestaltbare nationale Rueckseite geben.
Die Verwendung der zwoelf Sterne als Symbol der Europaeischen Union wurde als empfehlenswert bezeichnet.
Die Kommission wurde beauftragt europaweit einen Gestaltungswettbewerb fuer die Vorderseite der Muenzen auszuschreiben.
Als Themen wurde von der Kommission ausgewaehlt:
Architektur und Ornamente
Ziele und Ideale der Europaeischen Union
europaeische Persoenlichkeiten
Alle Mitgliedstaaten ausser Daenemark, reichten nationale Entwuerfe ein.
Aus den insgesamt 36 Entwuerfen wurden neun in die engere Auswahl genommen.
Zur Ueberpruefung der praktischen Umsetzbarkeit wurde eine breite europaeische Oeffentlichkeit befragt.
Anlaesslich der Tagung des Europaeischen Rates vom 16. und 17. Juni 1997 in Amsterdam wurde sodann der beste Entwurf ausgewaehlt. Dieser stammte von Luc Luycz, einem Graphikdesigner der belgischen Muenze.
Die ein und zwei EURO-Muenzen zeigen ein vereintes Europa ohne Grenzen
Die 10, 20 und 50 Cent-Muenzen zeigen eine Gruppe von europaeischen Nationen
Die 1, 2 und 5 Cent-Muenzen zeigen die Position Europas in der Welt.
Auf die 1, 2 und 5-Euro-Cent Muenzen entfallen im Durchschnitt insgesamt etwa 80 % der Produktion neuer Muenzen. Verglichen mit ihrem Nennwert koennen mit diesen geringen Werten nur wenige monetaere Einkuenfte erzeilt werden, verursachen aber hohe Produktionskosten und Ausgaben etwa fuer Transport und Verpackung.
Die Einfuehrung der neuen gemeinsamen Waehrung begann mit dem Festlegen der unwiderruflichen Umrechnungskurse zwischen der neuen Waehrung und den bisherigen nationalen Waehrungen im Mai 1999. Damit begann die dreijaehrige Uebergangsphase, waehrend derer der EURO als Buchgeld bereits verwendet werden konnte und die nationalen Waehrungen als Untereinheiten des EUROs parallel bestanden.
Am 1.1.2002 wurde der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. am 1.3.2002 wurde er in allen EURO-Mitgliedsstaaten alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Die nationalen Waehrungen verloren am 28.2.2002 die Gueltigkeit.
Der EURO und Europas Kleinststaaten
Der EURO wird auch in den Kleinstaaten Europas Andorra, Monaco, San Marino oder dem Vatikanstaat verwendet und auch in anderen Staaten (z.B. Kroatien) als Hauptwaehrung verwendet. Ist das zulaessig?