Das Institut der Europaeischen Union fuer Sicherheitsstudien (mit Sitz in Paris, Frankreich) und das Satellitenzentrum der Europaeischen Union (mit Sitz in Torrejón de Ardoz, Spanien) sind beide Einrichtungen, die vormals zur Westeuropaeischen Union (WEU) gehoerten und die in die EU eingegliedert wurden.
Auf der Tagung des Europaeischen Rates in Koeln im Juni 1999, auf der die Grundlagen fuer die Europaeische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) geschaffen wurden, hatten sich einige Mitgliedstaaten fuer die Ueberfuehrung dieser Einrichtungen in die Europaeische Union ausgesprochen.
Der Rat "Allgemeine Angelegenheiten" erzielte auf seiner Tagung vom 16. Juli 2001 eine politische Einigung in Bezug auf zwei Gemeinsame Aktionen: Die Gemeinsame Aktion betreffend die Einrichtung eines Instituts der Europaeischen Union fuer Sicherheitsstudien und die Gemeinsame Aktion betreffend die Einrichtung eines Satellitenzentrum der Europaeischen Union (siehe ABL 2001 L 200, S 1ff).
Das Institut der Europaeischen Union fuer Sicherheitsstudien (EUISS) wurde 2002 auf der Grundlage einer Gemeinsamen Aktion des Rates vom 20. Juli 2001 eingerichtet.
Das Institut besitzt Rechtspersoenlichkeit und fuehrt seine Arbeit in wissenschaftlicher Unabhaengigkeit aus, d.h., dass es keine nationalen Interessen vertritt oder verteidigt. Ziel des Instituts ist es, zum Aufbau einer gemeinsamen europaeischen Sicherheitskultur beizutragen und die strategische Debatte zu unterstuetzen, indem es die optimale Schnittstelle zwischen europaeischen Entscheidungstraegern und externen, "nicht-offiziellen" Fachleuten zur Verfuegung stellt.
Das Satellitenzentrum der Europaeischen Union (EUSC) wurde 2002 ebenfalls auf der Grundlage einer Gemeinsamen Aktion des Rates vom 20. Juli 2001 eingerichtet.
Das Zentrum mit Sitz in Torrejón de Ardoz in Spanien ist aus dem WEU-Satellitenzentrum (WEUSC) hervorgegangen.
Die fuer den Anfang notwendige Infrastruktur des Zentrums wird von der WEU bereitgestellt. Das bedeutet, dass das fuer den Anfang notwendige Personal, soweit erforderlich, aus dem Stab des WEU-Satellitenzentrums rekrutiert wird.
Das Zentrum leistet Unterstuetzung bei der Entscheidungsfindung der Europaeischen Union im Rahmen der GASP und insbesondere der ESVP, indem es der EU Weltrauminformationen zur Verfuegung stellt, auf deren Grundlage diese zur Konfliktverhuetung, Unterstuetzung friedenserhaltender Maßnahmen in Krisenfaellen und zur Bereitstellung humanitaerer Hilfe bei Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Katastrophen beitragen kann.
Die Hauptaufgabe des Zentrums besteht darin, Material zur Verfuegung zu stellen, das aus der Auswertung von Satellitenbildern und zweckdienlichen Zusatzdaten, wie gegebenenfalls Luftaufnahmen, stammt.
Drittlaender, insbesondere europaeische NATO-Staaten, die nicht Mitglied der EU sind, koennen Assoziierungsvereinbarungen mit dem Satellitenzentrum schließen. Dadurch koennen Laender, die vormals Mitglieder des WEU-Satellitenzentrums waren, auch weiterhin an den Arbeiten des Zentrums mitwirken. Drittlaender haben Zugang zu gemeinsamen Berichten und Vorgaben.
Sie koennen Bildauswerter zum Zentrum entsenden und in einem beratenden Ausschuss auf Sachverstaendigenebene mitarbeiten.